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Die Wimpernzange hat einen schlechteren Ruf, als sie verdient. Viele haben sich einmal das Lid eingeklemmt und das Werkzeug danach in die Schublade verbannt. Dabei ist die Anwendung einfach, wenn du ein paar Grundregeln kennst. Richtig eingesetzt öffnet die Zange den Blick in wenigen Sekunden und lässt gerade Wimpern länger wirken.
Was die Wimpernzange bewirkt
Die Zange biegt die Wimpern zwischen einem Metallbügel und einem weichen Gummipolster nach oben. Dadurch wird mehr von ihrer Länge sichtbar. Das Auge wirkt offener, auch ganz ohne Mascara.
Der Effekt ist vorübergehend. Er hält je nach Wimpernstruktur einige Stunden und lässt sich mit Mascara fixieren. Besonders profitieren gerade oder nach unten wachsende Wimpern. Bei von Natur aus geschwungenen Wimpern fällt der Unterschied kleiner aus.
Schritt für Schritt zum Schwung
Arbeite mit sauberen, trockenen und ungetuschten Wimpern. Die Zange kommt immer vor der Mascara.
- Kämmen. Ordne die Wimpern mit einem sauberen Bürstchen.
- Ansetzen. Öffne die Zange ganz. Schau leicht nach unten in den Spiegel und führe die oberen Wimpern zwischen Bügel und Polster.
- Position prüfen. Schiebe die Zange nah an den Wimpernansatz. Die Lidhaut darf nicht dazwischen liegen. Spürst du ein Zwicken, öffne und setze neu an.
- Sanft schließen. Drücke die Griffe behutsam zusammen und halte einige Sekunden. Sanftes Pulsieren ist besser als ein einziger harter Druck.
- Öffnen, dann lösen. Öffne die Zange vollständig, bevor du sie vom Auge wegnimmst. Ziehe nie mit geschlossener Zange.
- Stufen setzen. Für einen runden Schwung wiederholst du den Vorgang in der Mitte der Wimpern und kurz vor den Spitzen. So entsteht ein Bogen statt eines Knicks.
- Fixieren. Trage anschließend Mascara auf. Sie hält die Form.
Erreicht die Zange die äußeren oder inneren Wimpern nicht, setze dort mit leicht gedrehtem Winkel noch einmal an.
Kurz gesagt: Saubere, ungetuschte Wimpern, nah am Ansatz ansetzen, sanft drücken, erst öffnen und dann wegnehmen. Die Zange kommt immer vor der Mascara.
Die häufigsten Fehler
| Fehler | Folge | Besser so |
|---|---|---|
| Zange nach der Mascara | Wimpern kleben am Polster, brechen oder reißen aus | Erst formen, dann tuschen |
| Zu fester Druck | Scharfer Knick statt Bogen | Sanft und in mehreren Stufen drücken |
| Ziehen bei geschlossener Zange | Wimpern werden ausgerissen | Erst vollständig öffnen |
| Haut eingeklemmt | Schmerz, gereiztes Lid | Position vor dem Schließen prüfen |
| Abgenutztes Polster | Wimpern treffen auf Metall und können abbrechen | Polster rechtzeitig tauschen |
| Schmutzige Zange | Rückstände gelangen an den Wimpernkranz | Regelmäßig reinigen |
| Hektik | Verrutschen, Zwicken | Zwei ruhige Minuten einplanen |
Der wichtigste Punkt steht ganz oben. Wer die Zange auf getuschten Wimpern benutzt, riskiert am meisten. Wenn dir nach dem Tuschen der Schwung fehlt, hilft es eher, beim nächsten Mal die Technik anzupassen. Wie du Mascara so aufträgst, dass sie den Bogen stützt, liest du im Beitrag Mascara richtig auftragen.
Die richtige Zange finden
Zangen unterscheiden sich vor allem in der Wölbung des Bügels. Sie sollte zur Form deines Auges passen.
- Flachere Wölbung: eignet sich für eher flache oder mandelförmige Augen.
- Stärkere Wölbung: passt besser zu runden, stärker gewölbten Augen.
- Schmale Teilzangen: erfassen nur einen Abschnitt und helfen an den Augenwinkeln.
Ob eine Zange passt, merkst du beim Ansetzen. Sie sollte den ganzen Wimpernkranz erfassen, ohne an den Rändern zu zwicken. Achte außerdem auf ein weiches, gleichmäßiges Polster und darauf, dass sich Ersatzpolster nachkaufen lassen.
Pflege und Hygiene
Die Zange arbeitet direkt am Auge. Sauberkeit ist deshalb keine Nebensache.
- Nach jeder Benutzung: Wische Polster und Bügel mit einem trockenen, weichen Tuch ab.
- Regelmäßig: Reinige die Zange gründlicher, zum Beispiel mit einem milden Reiniger oder etwas Make-up-Entferner auf einem Pad. Lass sie vollständig trocknen.
- Polster prüfen: Zeigt das Gummi eine tiefe Rille, Risse oder wird es hart, tausche es aus.
- Trocken lagern: Bewahre die Zange nicht dauerhaft in feuchter Umgebung auf.
- Nicht teilen: Wie Mascara ist auch die Zange ein persönliches Werkzeug.
Wann du auf die Zange verzichten solltest
In manchen Situationen bleibt die Zange besser liegen:
- Mit Extensions. Der Druck belastet die Klebestellen und kann Extensions und Naturwimpern knicken.
- Nach einem Wimpernlifting. Der Schwung ist schon vorhanden. Zusätzliches Biegen strapaziert die Härchen unnötig.
- Bei gereizten oder entzündeten Lidern. Warte, bis die Beschwerden abgeklungen sind, und lass anhaltende Reizungen ärztlich abklären.
- Wenn die Wimpern gerade stark belastet sind. Nach dem Entfernen von Extensions oder bei auffälligem Wimpernverlust tut eine Pause gut.
Wie sich die Zange in eine schnelle Morgenroutine einfügt, zeigt der Beitrag zum Alltags-Wimpern-Make-up. Wenn dir auffällt, dass du in letzter Zeit mehr Wimpern verlierst, findest du unter Wimpernausfall: Ursachen eine erste Orientierung.
Fragen und Antworten
- Benutze ich die Wimpernzange vor oder nach der Mascara?
- Immer davor. Getuschte Wimpern sind steifer und können am Gummipolster kleben bleiben. Beim Öffnen der Zange brechen sie dann leichter ab oder werden mit ausgezogen.
- Schadet die Wimpernzange den Wimpern?
- Bei sanfter Anwendung auf sauberen, ungetuschten Wimpern und mit intaktem Polster ist das Risiko gering. Schädlich sind Ziehen, zu starker Druck und ein abgenutztes Gummi.
- Wie oft sollte ich das Gummipolster wechseln?
- Sobald es eine Rille, Risse oder harte Stellen zeigt. Bei täglicher Nutzung lohnt ein regelmäßiger Blick darauf. Viele Zangen werden mit Ersatzpolstern geliefert.
- Kann ich die Wimpernzange mit Extensions oder nach einem Lifting verwenden?
- Mit Extensions solltest du darauf verzichten, weil die Zange die Klebestellen belastet. Nach einem Lifting ist sie überflüssig, da die Wimpern bereits Schwung haben.
Dieser Artikel informiert allgemein über Kosmetik und Pflege. Er ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bei anhaltenden Beschwerden an Augen oder Lidern wende dich bitte an eine Praxis.
