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Wachstumszyklus der Wimpern und fünf Mythen im Check

Anagen, Katagen, Telogen: So verläuft der Wachstumszyklus der Wimpern. Dazu fünf verbreitete Mythen rund um Wimpern im sachlichen Check.

5 Minuten LesezeitRedaktion wimperncouture.de
Profil einer Frau mit geschlossenen Augen und langen Wimpern
Inhalt des Artikels
  1. Die drei Phasen im Überblick
  2. Warum du täglich Wimpern verlierst
  3. Was der Zyklus für Pflege und Behandlungen bedeutet
  4. Fünf verbreitete Mythen im Check
  5. Was du aus dem Zyklus mitnehmen kannst
  6. Fragen und Antworten

Wimpern wirken beständig. Tatsächlich ist der Wimpernkranz ständig in Bewegung. Härchen wachsen, ruhen, fallen aus und werden ersetzt. Dieser Kreislauf erklärt, warum du regelmäßig einzelne Wimpern verlierst, warum Extensions aufgefüllt werden müssen und warum ein Serum Geduld verlangt. Er entzaubert außerdem einige hartnäckige Mythen.

Die drei Phasen im Überblick

Jede Wimper durchläuft drei Phasen. Die Fachbegriffe stammen aus der Haarbiologie und gelten ebenso für Kopfhaar und Augenbrauen. Nur die Dauer unterscheidet sich.

Phase Bezeichnung Dauer Was geschieht
Wachstumsphase Anagen ca. 4 bis 10 Wochen Die Wimper wächst aktiv
Übergangsphase Katagen 2 bis 3 Wochen Das Wachstum endet
Ruhephase Telogen rund 3 Monate Die Wimper ruht und fällt schließlich aus

Anagen. In der Wachstumsphase wird die Wimper länger. Diese Phase ist bei Wimpern vergleichsweise kurz. Das ist der Grund, warum Wimpern eine begrenzte Länge erreichen und nicht immer weiter wachsen.

Katagen. In der Übergangsphase stellt die Wimper das Wachstum ein. Sie hat ihre endgültige Länge erreicht.

Telogen. In der Ruhephase sitzt die fertige Wimper noch rund drei Monate im Lid. Am Ende fällt sie aus. Danach beginnt der Zyklus von vorn.

Warum du täglich Wimpern verlierst

Die Wimpern eines Auges laufen nicht im Gleichtakt. Jede befindet sich an einem anderen Punkt ihres Zyklus. Während einige gerade wachsen, ruhen andere und wieder andere fallen aus. So bleibt der Wimpernkranz insgesamt gleichmäßig gefüllt.

Daraus folgt: Der tägliche Verlust einzelner Wimpern ist normal. Eine Wimper auf der Wange oder im Wattepad ist kein Alarmsignal. Anders sieht es aus, wenn plötzlich deutlich mehr Wimpern ausfallen oder Lücken entstehen. Dann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Mehr dazu liest du im Beitrag über Ursachen von Wimpernausfall.

Was der Zyklus für Pflege und Behandlungen bedeutet

Viele Empfehlungen rund um Wimpern lassen sich direkt aus dem Zyklus ableiten.

Kurz gesagt: Wimpern wachsen etwa vier bis zehn Wochen, gehen zwei bis drei Wochen in eine Übergangsphase und ruhen dann rund drei Monate. Weil jede Wimper ihren eigenen Rhythmus hat, ist der Verlust einzelner Härchen normal.

Fünf verbreitete Mythen im Check

Mythos 1: Wimpern wachsen dichter nach, wenn man sie kürzt. Das stimmt nicht. Das Wachstum findet an der Wurzel statt. Was an der Spitze geschieht, hat darauf keinen Einfluss. Wimpern zu schneiden bringt keinen Vorteil und ist in Augennähe zudem riskant.

Mythos 2: Eine ausgefallene Wimper ist für immer verloren. In der Regel nicht. Am Ende der Ruhephase fällt jede Wimper aus und es wächst eine neue nach. Das gehört zum Zyklus. Erst wenn Lücken über längere Zeit bleiben, solltest du das ärztlich abklären lassen.

Mythos 3: Alle Wimpern wachsen gleichzeitig. Nein. Jede Wimper folgt ihrem eigenen Rhythmus. Wäre es anders, hättest du zeitweise gar keine Wimpern. Die versetzten Phasen sorgen für einen stets besetzten Wimpernkranz.

Mythos 4: Ein Serum wirkt schon nach wenigen Tagen. Das ist unrealistisch. Weil die Phasen des Zyklus Wochen dauern, werden Veränderungen erst nach Wochen sichtbar. Bei Peptid-Seren gelten sechs bis acht Wochen als typischer Zeitraum für erste sichtbare Veränderungen. Der Effekt bleibt nur bei fortgesetzter Anwendung. Hintergründe findest du unter Peptide in der Wimpernpflege.

Mythos 5: Mascara lässt Wimpern ausfallen. So pauschal stimmt das nicht. Belastend ist weniger die Mascara selbst als der Umgang mit ihr: Schlafen mit Make-up, grobes Abschminken, Zupfen an getrockneter Tusche oder die Wimpernzange auf getuschten Wimpern. Wie du diese Belastungen vermeidest, erklärt der Beitrag Wimpern richtig abschminken.

Was du aus dem Zyklus mitnehmen kannst

Das Wissen um die drei Phasen macht gelassener. Es hilft dir, Versprechen einzuordnen und deine Erwartungen anzupassen.

  1. Rechne in Wochen und Monaten. Schnelle Ergebnisse sind bei Wimpern nicht zu erwarten.
  2. Schone, was da ist. Am Zyklus selbst kannst du wenig ändern. Du kannst aber vermeiden, dass Wimpern vorzeitig abbrechen oder ausgerissen werden.
  3. Beobachte Veränderungen. Einzelne Wimpern zu verlieren ist normal. Plötzlicher, starker oder fleckiger Ausfall ist es nicht.
  4. Hol dir bei Auffälligkeiten Rat. Anhaltende Reizungen der Lider und starker Wimpernverlust gehören ärztlich abgeklärt.

Wer den Zyklus kennt, pflegt ruhiger. Die Wimpern erledigen den größten Teil der Arbeit von selbst.

Fragen und Antworten

Wie lange dauert der Wachstumszyklus einer Wimper?
Die Wachstumsphase dauert etwa vier bis zehn Wochen, die Übergangsphase zwei bis drei Wochen und die Ruhephase rund drei Monate. Insgesamt umfasst der Zyklus also mehrere Monate.
Warum fallen nicht alle Wimpern gleichzeitig aus?
Jede Wimper durchläuft den Zyklus für sich. Die Härchen befinden sich in unterschiedlichen Phasen, deshalb fallen immer nur einzelne aus.
Wachsen Wimpern nach, wenn sie ausgefallen sind?
In der Regel ja, denn nach der Ruhephase beginnt ein neuer Zyklus. Bleiben Lücken dauerhaft bestehen, solltest du das ärztlich abklären lassen.
Wie viele ausgefallene Wimpern sind normal?
Der tägliche Verlust einzelner Wimpern ist normal. Fällt dir plötzlich ein deutlich stärkerer Ausfall auf, lass die Ursache ärztlich abklären.

Dieser Artikel informiert allgemein über Kosmetik und Pflege. Er ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bei anhaltenden Beschwerden an Augen oder Lidern wende dich bitte an eine Praxis.